Höhere Steuern Seit 1. April 2012

Hoehere Steuern WWRUNDSCHAU: Stimmt es, dass bei Immobilienverkäufen eine neue Steuer anfällt? Was muss ich beachten?
Wolfgang Webhofer: Richtig ist, dass es seit dem 1. April für den Verkäufer eine neue Regelung betreffend Steuern bei Immobilienverkäufen gibt. Im Wesentlichen fällt nunmehr bei Liegenschaften, die nach dem 1. April 2002 gekauft wurden und jetzt veräußert werden eine Besteuerung von 25 Prozent des Veräußerungsgewinnes an. Bei vor dem Stichtag 1. April 2002 erworbenen Immobilien ist hingegen der gesamte Verkaufspreis mit 3,5 Prozent zu versteuern (Sondertatbestand Umwidmung ab 1.1.1988: 15 Prozent). Ausgenommen von dieser Regelung sind jedoch Eigenheime und Wohnungen, die seit ihrer Anschaffung zumindest zwei Jahre oder während der letzten zehn Jahre zumindest fünf Jahre als Hauptwohnsitz dienten. Auch den „Häuselbauer“ trifft die neue Regelung nicht, wenn das selbst hergestellte
Gebäude innerhalb der letzten zehn Jahre nur privat genutzt wurde.

RUNDSCHAU: Apropos „Häuselbauer“ – Die tatsächlichen Kosten der Bauarbeiten übersteigen den im Vorhinein eingeholten Kostenvoranschlag bei Weitem. Was ist rechtens?
Wolfgang Webhofer: Gegenüber einem Konsumenten abgegebene Kostenvoranschläge binden den Unternehmer grundsätzlich an sein Angebot, es sei denn, der Unternehmer erklärt ausdrücklich das Gegenteil (zB Bezeichnung als unverbindlicher Kostenvoranschlag, Angabe von Cirka-Preisen, etc). Liegt also ein verbindlicher Kostenvoranschlag
vor, darf der Unternehmer diesen nicht überschreiten. Er muss hingegen Ersparnisse, wie etwa einen niedrigeren
Materialienverbrauch dem Konsumenten in Abzug bringen. Es ist jedenfalls anzuraten, Kostenvoranschläge
immer schriftlich einzuholen.

RUNDSCHAU: Mein Haus ist errichtet – allerdings liegen diverse Baumängel vor. Was kann ich tun?
Wolfgang Webhofer: Grundsätzlich ist der Bauunternehmer verpflichtet, ein mangelfreies Werk abzuliefern – erst dann ist der Werklohn zu bezahlen. Liegen jedoch Baumängel vor, stehen dem Bauherrn die Gewährleistungsbehelfe des ABGB, insbesondere der Anspruch auf Verbesserung und Preisminderung zur Verfügung. Zu beachten ist, dass
man dem Bauunternehmer in der Regel die Gelegenheit zur Verbesserung einräumen muss; erst wenn diese missglückt, kann beispielsweise einem anderen Unternehmen der Auftrag erteilt und Regress vom ursprünglich beauftragten Unternehmer verlangt werden.