Die Patientenverfügung

PatientenverfuegungHerr Mag. Webhofer, dwas versteht man eigentlich unter einer sogenannten Patientenverfügung?
Mit einer Patientenverfügung kann man medizinische Behandlungen – und vor allem deren Grenzen – bereits im Voraus festlegen. Sie sichert die Selbstbestimmung in Zeiten in denen man aus gesundheitlichen Gründen seinen Willen nicht mehr äußern kann, sei es infolge geistiger Beeinträchtigung oder aufgrund körperlichen Unvermögens. Im Wesentlichen verzichtet der künftige Patient in einer Patientenverfügung für den Fall einer zum Tod führenden Erkrankung oder Verletzung auf künstliche lebensverlängernde Maßnahmen.

Welche Vorkehrungen können in einer Patientenverfügung konkret getroffen werden?
Wie bereits gesagt, steht im Vordergrund der Verzicht auf künstliche lebensverlängernde Maßnahmen. Überdies kann aber etwa auch festgelegt werden, dass sämtliche Möglichkeiten der Schmerzlinderung ausgeschöpft werden sollen, um die schwere Krankheit möglichst erträglich zu machen.

Müssen sich meine Ärzte an eine solche Verfügung halten?
Man unterscheidet zwischen der beachtlichen und der verbindlichen Patientenverfügung. In einer verbindlichen Patientenverfügung müssen die medizinischen Behandlungen, die abgelehnt werden, konkret beschrieben werden. Ihrer Errichtung muss eine umfassende ärztliche Aufklärung vorrangehen und sind bestimmte Formvorschriften einzuhalten – sie muss beispielsweise vor einem Rechtsanwalt oder Notar errichtet und alle fünf Jahre erneuert werden. In diesem Fall muss sich der Arzt an die Verfügung halten. Erfüllt eine Patientenverfügung die oben genannten Anforderungen nicht, ist sie dennoch beachtlich. Das heißt, dem Arzt kommt ein Ermessensspielraum zu, er muss jedoch überlegen, welche Behandlung der Patient wünscht. Selbstverständlich dürfen strafrechtliche Grenzen in einer Patientenverfügung nie überschritten werden – bspw darf eine solche keine Aufforderung zur Sterbehilfe beinhalten. Anzumerken ist noch, dass, sollten Sie Ihre Meinung ändern, eine Patientenverfügung selbstverständlich jederzeit abgeändert oder widerrufen werden kann.

Woher weiß mein Arzt, dass ich eine Patientenverfügung errichtet habe?
Patientenverfügungen können in speziellen Patientenverfügungsregistern registriert werden. In diese haben sämtliche Krankenanstalten sowie das Rote Kreuz die Möglichkeit Einsicht zu nehmen.