Der letzte Wille

WolfgangWebhoferGrundsätzlich kann jeder bereits zu Lebzeiten selbst bestimmen, was mit seinem Vermögen nach seinem Tod geschehen soll. Die häufigste Form letztwilliger Verfügungen ist das Testament. Bei der Errichtung eines Testamentes sind verschiedene Formen denkbar. Das eigenhändige Testament muss zur Gänze eigenhändig (das heißt handschriftlich) geschrieben und eigenhändig unterschrieben werden, sonst ist es ungültig. Eine Alternative stellt das fremdhändige Testament dar, welches von einer anderen Person oder auch maschinell (zB mit dem Computer) geschrieben werden kann. Es muss zu seiner Gültigkeit jedoch vom Erblasser selbst und von drei Zeugen eigenhändig unterschrieben werden. Ein Testament kann darüber hinaus sogar mündlich in Anwesenheit von drei Testamentszeugen errichtet werden, dies ist aus Gründen der schwierigen Beweisbarkeit jedoch weniger empfehlenswert. Zu beachten ist, dass ein Testament jederzeit widerrufen werden kann. Es ist daher immer ein Datum anzugeben – denn bei Vorliegen mehrerer Testamente wird ein früher errichtetes durch ein späteres ersetzt.

Wenn das Testament verfasst ist, stellt sich oft die Frage der Aufbewahrung. Diesbezüglich empfiehlt es sich, sein Testament bei einem Rechtsanwalt oder Notar hinterlegen zu lassen; dieser trägt es für Sie in das zentrale Testamentsregister ein und es kann im Todesfall rasch aufgefunden werden.

Hat der Verstorbene keine solche Regelung getroffen, tritt hingegen die gesetzliche Erbfolge ein, wobei das Vermögen des Erblassers in bestimmten Quoten in erster Linie an den Ehegatten und die Kinder geht. Zu beachten ist, dass Lebensgefährten kein gesetzliches Erbrecht haben (Ausnahme: eingetragene Partnerschaft), jedoch auch uneheliche Kinder erbberechtigt sind. Trotz Vorliegen eines Testamentes kann eine nach dem Gesetz erbberechtigte Person (va eben Ehegatten und Kinder) nicht zur Gänze von ihrem Erbrecht ausgeschlossen werden und steht ihnen in der Regel ein Pflichtteil zu, welcher der Hälfte der gesetzlichen Erbquote entspricht.

Es ist in jedem Fall anzuraten, sich bereits zu Lebzeiten Gedanken über die Erbfolge zu machen, diese Thematik auch offen in der Familie anzusprechen und sich professionell von einem Rechtsanwalt oder Notar beraten zu lassen.